Gemeinschaftskonto - das Girokonto für den gemeinsamen Haushalt

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Das Gemeinschaftskonto wird normalerweise von zwei oder mehreren Kontoinhabern geführt, die gleichermaßen verfügungsberechtigt sind. Das bedeutet, dass sie alle im Girovertrag aufgeführten Rechte und Pflichten gemeinsam tragen. Gemeinschaftskonten werden in erster Linie von Paaren genutzt, die einen gemeinsamen Haushalt führen. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist allerdings nicht erforderlich, sodass sie grundsätzlich von jedem beantragt werden können. Auch ganze Familien, Wohngemeinschaften oder andere Lebensgemeinschaften nutzen oftmals die Vorteile des Partnerkontos.

Kontoführung als Und- oder als Oder-Konto

Paar - gemeinsames Konto

Das Gemeinschaftskonto kann als Und-Konto oder als Oder-Konto geführt werden. Die flexiblere Variante ist das Oder-Konto. Bei dieser Kontoform können alle Inhaber unabhängig voneinander über das Girokonto verfügen. Jeder Verfügungsberechtigte kann folglich eigene Entscheidungen treffen und Transaktionen ohne Einverständnis der übrigen Kontoinhaber durchführen. Ausnahmen sind lediglich die Kündigung des Kontos, die Aufnahme eines Kredites oder die Erteilung von Vollmachten an Dritte. In diesen Fällen bedarf es der Unterschrift aller Kontoinhaber.

Wer kein Risiko eingehen und alle finanziellen Entscheidungen in Absprache mit den anderen Kontoinhabern treffen möchte, sollte sich dagegen für ein Und-Konto entscheiden. Beim Und-Konto muss stets eine Bestätigung aller Verfügungsberechtigten erfolgen, bevor Bankgeschäfte getätigt werden können. Auf diese Weise haben alle Beteiligten stets volle Kontrolle über das Konto. Andererseits gestaltet sich die Kontoführung oftmals etwas umständlich und zeitaufwendig.

Steuerliche Aspekte beim Gemeinschaftskonto

Wie alle Kapitalanlagen ist auch das Guthaben auf dem Gemeinschaftskonto steuerpflichtig. Der Steuersatz beträgt 26,38 Prozent und errechnet sich aus der eigentlichen Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, auf die zusätzlich der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent fällig wird. Gegebenenfalls kommt auch noch die Kirchensteuer dazu. Mit einem Freistellungsauftrag für Kapitalerträge können die Verfügungsberechtigten diese Steuer bis zu einem festgelegten Freibetrag (801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für Verheiratete) umgehen.

Anders als beim Girokonto für Einzelpersonen dürfen beim Partnerkonto nur Eheleute einen Freistellungsauftrag erteilen. Unverheiratete sowie alle anderen Gemeinschaften können dagegen im Vorfeld keinen Antrag auf Steuerbefreiung stellen. Die Abgeltungssteuer wird von den Banken daher einbehalten und direkt ans Finanzamt abgeführt. Erst über die Steuererklärung am Jahresende können sich die Kontoinhaber zu viel gezahlte Steuern zurückholen.

Vorgehensweise im Todesfall oder Pfändungsfall

Stirbt einer der beiden Kontoinhaber, nehmen die Erben seinen Platz im Kontovertrag ein. Sie erhalten denjenigen Anteil am Guthaben, der dem Erblasser zustand. Kann dieser nicht eindeutig festgelegt werden, wird die Summe in gleiche Teile gesplittet. Auch im Erbfall gibt es allerdings einen Unterschied zwischen dem Und- und dem Oder-Konto. Stirbt einer der Inhaber des Oder-Kontos, ist der zweite Kontoinhaber alleine verfügungsberechtigt. Den Erben gegenüber ist er lediglich zum oben genannten Ausgleich verpflichtet. Beim Und-Konto kann der noch lebende Kontoinhaber nur gemeinsam mit den Erben finanzielle Entscheidungen treffen – sie sind also ebenfalls verfügungsberechtigt.

Auch das Gemeinschaftskonto kann mit einem gültigen Gerichtsbeschluss gepfändet werden. Anders als das klassische Girokonto ist eine Kontoführung als Pfändungsschutzkonto – bei dem der Schuldner weiterhin monatlich über einen gesetzlich festgelegten pfändungsfreien Betrag verfügen darf – jedoch nicht möglich. Beim Oder-Konto haften alle Inhaber gesamtschuldnerisch, das gesamte Guthaben kann also gepfändet werden. In der Praxis bedeutet das, dass ein Kontoinhaber gegebenenfalls auch dann haften muss, wenn er die Verschuldung nicht zu verantworten hat.

Die Pfändung eines Und-Kontos ist wesentlich schwieriger. Hier muss zunächst gegen jeden Verfügungsberechtigten ein Pfändungsbeschluss vorliegen – meist besteht jedoch nur gegen einen Kontoinhaber ein vollstreckbarer Titel. Dieser darf folglich keine Transaktionen mehr tätigen. Da die Verfügung jedoch nur gemeinsam möglich ist, gilt dies automatisch auch für den zweiten Inhaber. Die tatsächliche Pfändung des Guthabens richtet sich letztendlich nach dem in der Kontengemeinschaft bestehenden Rechtsverhältnis. Können die Verfügungsberechtigten eine Bruchteilsgemeinschaft nachweisen, ist nur derjenige Teil des Kapitals pfändbar, gegen dessen Besitzer der Pfändungsbeschluss vorliegt. Ist dies nicht der Fall, können die Gläubiger das gesamte Guthaben pfänden.

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