Donnerstag, 8. Dezember 2016

Gemeinschaftskonto - das Girokonto für den gemeinsamen Haushalt

  • Zahlungseingang/Monat:
  • EC-Karte:   
  • Kreditkarte:   

Bei einem Gemeinschaftskonto handelt es sich um ein normales Girokonto, einziger Unterschied ist die Anzahl der Kontoinhaber. Das Gemeinschaftskonto wird von zwei oder mehreren Kontoinhabern geführt, die gleichermaßen und ohne vorherige Abstimmung auf das Konto zugreifen können. Jeder Kontoinhaber kann also Bargeld verfügen, Einkäufe mit der zum Konto gehörenden Karte bezahlen und die monatlichen Überweisungen ausführen. Der besondere Vorzug des Gemeinschaftskontos besteht vor allem darin, dass alle gemeinschaftlichen Kosten etwa für Miete, Strom oder Internet, die im gemeinsamen Haushalt anfallen, über ein solches Girokonto einfach verwaltet und termingerecht gezahlt werden können. Zu diesem Zweck überweist jeder der Kontoinhaber seinen Beitrag auf das gemeinsam geführte Konto, von dem wiederum alle monatlichen Fixkosten der Gemeinschaft abgebucht werden. Gemeinschaftskonten sind daher oft Girokonten, die zusätzlich zu privaten Konten eingerichtet werden.

Ein Gemeinschaftskonto eignet sich optimal für die Abwicklung und Verwaltung von Haushaltskosten

Paar - gemeinsames Konto

Partner und Hausgemeinschaften finden sich zusammen und kommen spätestens dann, wenn der gemeinsame Haushalt eingerichtet wird, auf das Thema der monatlichen Fixkosten und wie diese am besten zu verwalten sind, zu sprechen. Neben Modellen, bei denen einer der Partner die Transaktionen für gemeinschaftliche Kosten über sein privates Girokonto allein abwickelt, hat sich in der Praxis die Option; Jeder behält sein privates Konto plus ein gemeinschaftlich geführtes Konto, durchgesetzt. Bei diesem Modell lassen sich etwaige steuerrechtliche Aspekte außerdem zufriedenstellend für beide Parteien lösen.

Gemeinsames Konto eröffnen: Trauschein überflüssig

Wer sich in Bezug auf die Eröffnung eines Gemeinschaftskontos nun Gedanken wegen seines Familienstands macht, muss sich nicht sorgen. Jede Art von Gemeinschaft kann ein Gemeinschaftskonto eröffnen. Ein Trauschein oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist nicht notwendig. Daher können auch Unverheiratete oder Wohngemeinschaften ein Gemeinschaftskonto eröffnen. Nichtsdestotrotz hat die Einrichtung eines Gemeinschaftskontos rechtliche und steuerliche Aspekte, die alle künftigen Kontoinhaber kennen sollten. Denn hier macht es mitunter einen Unterschied, ob man ein gemeinsames Konto als Ehepaar oder als unverheiratete Paarung führt.

Absprachen zur Nutzung des gemeinsamen Kontos treffen

Rechtlich besehen bedeutet die Eröffnung eines Gemeinschaftskontos, dass alle Kontoinhaber die Rechte und Pflichten zum gemeinschaftlichen Konto gleichermaßen ausüben können, oder erfüllen müssen. Um es verkürzt auszudrücken: Räumt einer der Kontoinhaber das Konto leer oder schöpft sogar einen möglichen Dispositionskredit aus, sind aus Sicht der Bank die weiteren Kontoinhaber gesamtschuldnerisch in Regress zu nehmen. Vertrauen ist also eine unentbehrliche Voraussetzung für die Eröffnung eines Gemeinschaftskontos. Wer sich darüber hinaus vor der Einrichtung eines gemeinsamen Kontos absichern will, sollte mit den weiteren Kontoinhabern Vereinbarungen zum Umgang mit dem Konto schriftlich festhalten. In einem solchen Dokument kann etwa geregelt sein, wie viel Geld ohne vorherige Absprache maximal vom Konto genommen werden darf, oder bis wann jeder seine Einzahlungen vorzunehmen hat. Auch für den Fall eines Streits oder gar einer Trennung sollten nach Möglichkeit bereits vor der Einrichtung des Gemeinschaftskontos schriftlich fixierte Regelungen im privaten Rahmen getroffen werden. Richtet man das gemeinschaftliche Konto auf reiner Guthabenbasis ein, lässt sich das Schuldenrisiko sinnvoll beschränken. Die Einrichtung eines Dispositionskredits sollte deshalb gut abgewogen werden, eine mögliche Alternative, die zudem meist günstiger ausfällt, kann der Abschluss eines gemeinsamen Ratenkredits sein.

Beim Freistellungsauftrag für das Gemeinschaftskonto ist der Familienstand ein wichtiger Faktor

Zwar kann jede Gemeinschaft ein gemeinsames Konto eröffnen, ein Freistellungsauftrag für das Gemeinschaftskonto jedoch kann nur von Eheleuten erteilt werden. Unverheiratete sowie alle anderen Gemeinschaften können dagegen im Vorfeld keinen Antrag auf Steuerbefreiung stellen. Die Abgeltungssteuer wird von den Banken daher einbehalten und direkt ans Finanzamt abgeführt. Erst über die Steuererklärung am Jahresende können sich die Kontoinhaber zu viel gezahlte Steuern zurückholen. Da ein Partnerkonto aber meistens als weiteres Konto neben dem weiter bestehenden privaten Girokonto eingesetzt wird, tritt dieser Fall für ohne Trauschein zusammen lebende Partner in der Praxis kaum ein. Dies ist in dem Umstand begründet, dass der Freistellungsauftrag bei Unverheirateten in der Regel für das private Girokonto erteilt wird.

Kapitalertragssteuer wird auch bei Zinserträgen auf dem gemeinsamen Girokonto fällig

Gemeinschaftskonto: Zinsen in der Steuererklärung angeben

Wie alle Kapitalanlagen ist das Guthaben auf dem Gemeinschaftskonto steuerpflichtig. Der Steuersatz beträgt 26,38 Prozent und errechnet sich aus der eigentlichen Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, auf die zusätzlich der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent fällig wird. Gegebenenfalls kommt auch noch die Kirchensteuer dazu. Mit einem Freistellungsauftrag für Kapitalerträge können die Verfügungsberechtigten diese Steuer bis zu einem festgelegten Freibetrag (801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für Verheiratete) umgehen.

Kontoarten für Gemeinschaftskonten

Das Gemeinschaftskonto kann als Und-Konto oder als Oder-Konto geführt werden. Die flexiblere und gängigere Variante ist das Oder-Konto. Bei dieser Kontoform können alle Inhaber unabhängig voneinander über das Girokonto verfügen. Jeder Verfügungsberechtigte kann folglich eigene Entscheidungen treffen und Transaktionen ohne Einverständnis der übrigen Kontoinhaber durchführen. Ausnahmen sind lediglich die Kündigung des Kontos, die Aufnahme eines Kredites oder die Erteilung von Vollmachten an Dritte. In diesen Fällen bedarf es der Unterschrift beider Kontoinhaber.

Und ist nicht gleich oder, oder?

Im Gegensatz dazu müssen beim Und-Konto stets die Bestätigungen aller Verfügungsberechtigten vorliegen, bevor Bankgeschäfte getätigt werden können. Dadurch gestaltet sich die Kontoführung oftmals umständlich und zeitaufwendig, aus diesem Grund wird das Und-Konto in der Praxis so gut wie nie für Gemeinschaftskonten eingesetzt. Die übliche Variante für die Kontoführung eines gemeinsamen Kontos ist das Oder-Konto.

Juristische Aspekte bezüglich der Kontoführung und Kontoart des Gemeinschaftskontos

Gemeinsames Girokonto: rechtliche Besonderheiten beachten

Wer ein gemeinsames Konto eröffnen möchte, sollte außerdem noch ein bisschen weiter denken. Auch wenn man nicht gerne daran erinnert werden möchte, sollte man sich doch auch mit den traurigen Seiten des Lebens auseinandersetzen und so im Vorfeld erfahren, was mit der Kontoführung eines Partnerkontos passiert, sollte einer der Kontoinhaber von einer Pfändung betroffen sein oder gar versterben.

Denn das Gemeinschaftskonto kann mit einem gültigen Gerichtsbeschluss gepfändet werden. Anders als das klassische Girokonto ist eine Kontoführung als Pfändungsschutzkonto – bei dem der Schuldner weiterhin monatlich über einen gesetzlich festgelegten pfändungsfreien Betrag verfügen darf – jedoch nicht möglich. Beim Oder-Konto haften alle Inhaber gesamtschuldnerisch, das gesamte Guthaben kann also gepfändet werden. In der Praxis bedeutet das, dass ein Kontoinhaber gegebenenfalls auch dann haften muss, wenn er die Verschuldung nicht zu verantworten hat.

Die Pfändung eines in der Praxis kaum angewandten Und-Kontos ist wesentlich schwieriger. Hier muss zunächst gegen jeden Verfügungsberechtigten ein Pfändungsbeschluss vorliegen – meist besteht jedoch nur gegen einen Kontoinhaber ein vollstreckbarer Titel. Dieser darf folglich keine Transaktionen mehr tätigen. Da die Verfügung jedoch nur gemeinsam möglich ist, gilt dies automatisch auch für den zweiten Inhaber. Die tatsächliche Pfändung des Guthabens richtet sich letztendlich nach dem in der Kontengemeinschaft bestehenden Rechtsverhältnis. Können die Verfügungsberechtigten eine Bruchteilsgemeinschaft nachweisen, ist nur derjenige Teil des Kapitals pfändbar, gegen dessen Besitzer der Pfändungsbeschluss vorliegt. Ist dies nicht der Fall, können die Gläubiger das gesamte Guthaben pfänden.

Stirbt einer der beiden Kontoinhaber, nehmen die Erben seinen Platz im Kontovertrag ein. Sie erhalten denjenigen Anteil am Guthaben, der dem Erblasser zustand. Kann dieser nicht eindeutig festgelegt werden, wird die Summe in gleiche Teile gesplittet. Auch im Erbfall gibt es allerdings einen Unterschied zwischen dem Und- und dem Oder-Konto, die der Vollständigkeit halber genannt wird, auch wenn üblicherweise das gemeinsame Konto als Oder-Konto von den Banken angeboten wird. Stirbt einer der Inhaber des üblicherweise eingesetzten Oder-Kontos, ist der zweite Kontoinhaber alleine verfügungsberechtigt. Den Erben gegenüber ist er lediglich zum oben genannten Ausgleich verpflichtet. Beim Und-Konto kann der noch lebende Kontoinhaber nur gemeinsam mit den Erben finanzielle Entscheidungen treffen – sie sind also ebenfalls verfügungsberechtigt.

In Minutenschnelle möglich: Eröffnung eines Gemeinschaftskontos

Jetzt da Sie und Ihr Partner alle Aspekte des Gemeinschaftskontos kennen, können Sie an den Vergleich gehen. In unserem Vergleichsrechner für gemeinsame Konten finden Sie schnell das passende Girokonto. Im Prozess der Kontoeröffnung gibt es zwei Verfahren: Das Postident-Verfahren und die Videolegitimation. Beim Postident-Verfahren suchen die Konto-Antragssteller eine Postfiliale auf. Dort legt man den Personalausweis oder Reisepass vor und der Mitarbeiter der Post überprüft die Identitätsdaten anhand der realen Person. Die Eröffnung eines Kontos mit Postident-Verfahren nimmt einige Tage in Anspruch, da die Antragsunterlagen auf dem Postweg verschickt werden. Einfacher und vor allem schneller ist die sogenannte Videolegitimation. Diese erfolgt per Webcam und ermöglicht so, wenn sie von der kontoführenden Bank angeboten wird, eine Gemeinschaftskonto-Eröffnung in wenigen Minuten. Beachten Sie, dass alle künftigen Kontoinhaber im Eröffnungsprozess entweder das Postident-Verfahren ausführen, oder zur Videolegitimation mit einem gültigen Ausweisdokument anwesend sein müssen.

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