Dienstag, 16. Oktober 2018

Wenn der Weg in die nächste Bankfiliale immer weiter wird

Wenn der Weg in die nächste Bankfiliale immer weiter wird

Immer noch gibt es viele Verbraucher, die auf klassische Bankdienstleistungen am Schalter setzen, statt auf das moderne Digital-Banking. Nachdem in den letzten Jahren viele Services am Schalter oder am Telefon kostenpflichtig geworden sind, weht der Wind für die analogen Bankkunden noch mal einen Knoten stärker. Immer mehr Banken und Sparkassen schließen kleine oder unrentable Zweigstellen. So wird der Weg in die nächste Filiale für die Kundschaft immer weiter. Manch ein kleiner Ort verliert mitunter sogar seine einzige Filiale oder den einzigen Geldautomaten.

Aus Sicht der Banken sind das unvermeidliche und logische Entwicklungen. Banken müssen heute in erster Linie rentabel sein, das Filialgeschäft hingegen ist trotz der Einrichtung neuer Gebühren oder der Erhöhung bestehender Gebühren trotzdem schwierig. Die Filialbanken stehen zudem im harten Wettbewerb mit den Direktbanken, die ihre Angebote ausgeweitet haben. Zudem wird der Kundenkreis der analogen Bankkunden stetig kleiner, immer mehr Verbraucher führen ihre Konten online oder mobil. Selbst Bargeld muss heutzutage nicht mehr aus Geldautomaten gezogen werden, sondern kann an Kassen von Supermärkten oder an Tankstellen abgehoben werden. Demzufolge benötigen viele Bankkunden überhaupt keine Filiale ihrer Bank in der Nähe. Bleiben die Kunden aus, muss die betroffene Bank oder Sparkasse früher oder später reagieren. Das führt aber bisweilen auch zu kuriosen Neuerungen. Statt einer Filiale am Ort kommt in manchen Teilen Deutschlands die Sparkasse mit einem rollenden Mobil an bestimmten Wochentagen zu ihren Kunden.

Bankenpräsident prophezeit bis zu einem Viertel weniger Filialen

In Deutschland führen derzeit Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen zusammen etwa 34.000 Filialen. Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Hans-Walter Peters, hält eine Reduzierung der Filialen von 20 bis 25 Prozent in den kommenden Jahren für ein realistisches Szenario. Für die Kunden bedeutet das, entweder weitere Wege in Kauf zu nehmen, oder doch auf das Online-Banking oder das Erledigen der Bankgeschäfte per Smartphone zurückzugreifen.

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