Dienstag, 25. September 2018

Willkommen zurück in Deutschland: Kartenzahlung bei Beträgen unter 10 Euro bei vielen Händlern (noch) nicht möglich

Willkommen zurück in Deutschland: Kartenzahlung bei Beträgen unter 10 Euro bei vielen Händlern (noch) nicht möglich

Wer gerade sonnengebräunt seinen Osterurlaub im europäischen Ausland verbracht hat und nach der Rückkehr seinen ersten Wocheneinkauf erledigt, stellt schnell fest: In Deutschland ist doch vieles einfach ganz anders, als bei den europäischen Nachbarn. Während es in Schweden, Polen oder Frankreich ganz normal ist auch kleine Beträge mit einer Kreditkarte zu bezahlen, muss man in Deutschland ständig Bargeld bereit halten und mit sich herumschleppen. In vielen Märkten kann man gar erst ab einem Betrag von 10 Euro mit einer Karte zahlen, hier ist dann von einer Girokarte die Rede. Kreditkarten werden bei vielen Lebensmitteleinzelhändlern gar nicht erst akzeptiert. Was ist da los?

Die Deutschen, so jedenfalls behaupten es Statistiken, sind echte Kartenmuffel. Während es bei den Nachbarn in Europa ganz normal ist, auf Bargeld weitgehend zu verzichten, und eigentlich so gut wie alles mit einer Kredit- oder Bank-Karte zu bezahlen, sind wir hier im Herzen Europas gefühlt zahlungstechnisch noch im finanziellen Mittelalter. Wie es einst so schön hieß: „Kännchen nur draußen“ hängen auch an vielen Supermarktkassen Zettel mit dem Hinweis, dass Zahlungen mit der Karte erst ab 10 Euro möglich sind. In der gerade erst veröffentlichten Studie zum „Zahlungsverhalten in Deutschland 2017“ der Deutschen Bundesbank kommt man zum Ergebnis, dass Bargeld noch immer das vorrangige Zahlungsmittel in Deutschland ist, aber alternative Zahlungsformen, also etwa per Karte oder dem Smartphone, Anteile hinzugewinnen.

Bundesbank-Studie: Welche Zahlungsmittel werden bevorzugt genutzt?

Laut dieser Studie haben Verbraucher in Deutschland im Durchschnitt 107 Euro in der Geldbörse. Davon entfallen statistisch 101 Euro auf Banknoten und der Rest von 6 Euro wird in Münzen mitgeführt. Mit dieser durchschnittlichen Bargeldmenge im Portemonnaie werden 74 Prozent aller Einkäufe bezahlt. Für die im Ausland so beliebte Kartenzahlung bleibt da nur ein kleiner Restanteil übrig. Für die Zahlung etwa mit einer Girocard entscheiden sich 19 Prozent aller Verbraucher. Tatsächlich allerdings ist die Bargeldzahlung um 5 Prozent seit der letzten Erfassung gesunken. Die Anteile von Kartenzahlungen und auch neueren Formen der Zahlung etwa als Kontaktlosfunktion können noch wachsen, wenn die Einzelhändler mitmachen – schafft den Mindestbetrag bei der Kartenzahlung bitte endlich ab. Damit man sich beim nächsten Einkauf fast wie im Urlaub fühlen kann.

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